In der Welt der Elektroauto-Ladestationen begegnen wir immer häufiger der Abkürzung „OCPP", besonders wenn es um das Lademanagement und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Herstellern geht. Doch was genau bedeutet dieses Protokoll, und warum ist es wichtig?
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein offener, herstellerunabhängiger Kommunikationsstandard, der von der Open Charge Alliance entwickelt wird. Das Protokoll regelt den Datenaustausch zwischen den EV-Ladestationen (Charge Points) und den im Hintergrund laufenden Lademanagement-Systemen (CSMS / Backend) einheitlich und herstellerunabhängig.
Warum ist das notwendig?
Wenn ein Ladepark aus Geräten mehrerer Hersteller besteht oder der Betreiber die Software/das Backend frei wechseln möchte, ist eine gemeinsame „Sprache" unerlässlich. Ohne OCPP würde jeder Hersteller dem Betreiber sein eigenes geschlossenes Protokoll aufzwingen, was zu einer Herstellerbindung (Vendor Lock-in) führen würde. Dank OCPP können die Ladestationen aus der Ferne überwacht, gesteuert, gewartet und abgerechnet werden – unabhängig davon, wer sie hergestellt hat.
OCPP ermöglicht konkret die Echtzeitmeldung des Ladestatus und von Fehlern, den Fernstart/-stopp, Firmware-Updates, Reservierungen, die Benutzerauthentifizierung (RFID, App) sowie die intelligente Lastverteilung (Smart Charging) – d. h., das System passt die Ladeleistung an die Netzkapazität oder die verfügbare Solarenergie an.
Welche Geräte unterstützen es?
Der Großteil der heute auf dem Markt erhältlichen Ladestationen und Lademanagement-Plattformen unterstützt den Standard OCPP 1.6 oder den neueren OCPP 2.0.1 – dies ist die branchenübliche Grundanforderung, die gewährleistet, dass eine bestimmte Ladestation mit den meisten Softwarelösungen und Betreibersystemen zusammenarbeiten kann.

